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Software-Vergleich

Zeiterfassung Software für Selbstständige im Vergleich

Preise, Funktionen, DSGVO und Rechnungs-Schnittstellen nüchtern gegenübergestellt. Damit du nicht drei Tools parallel testen musst.

Kurz gefasst

Für Selbstständige zählen vier Kriterien: monatlicher Preis, saubere Projekt- und Stundenstruktur, Export oder direkte Schnittstelle zur Rechnungssoftware und DSGVO-Konformität mit Serverstandort EU. Toggl, Clockify und Harvest decken die meisten Solo-Anwendungsfälle ab, sevDesk und Lexware Office liefern Zeiterfassung direkt im Rechnungstool mit.

Wer als Selbstständige oder Selbstständiger nach Stunden abrechnet, verliert ohne saubere Zeiterfassung bares Geld. Studien einzelner Anbieter sprechen von 10 bis 20 Prozent nicht erfasster Arbeitszeit pro Woche, der Effekt ist im eigenen Kontoauszug schmerzhaft sichtbar. Die Auswahl an Tools ist groß, die Unterschiede liegen aber selten in der Stoppuhr selbst, sondern in Preis, Auswertung, Rechnungs-Anbindung und DSGVO-Konformität. Dieser Vergleich ordnet die wichtigsten Kategorien für Solo-Anwendungen ein und nennt konkrete Preise sowie Funktionen, an denen sich die Entscheidung festmachen lässt.

Was Zeiterfassung für Selbstständige leisten muss

Selbstständige brauchen drei Dinge: schnelle Erfassung, projektgenaue Auswertung und einen sauberen Weg zur Rechnung. Alles andere ist Beiwerk. Eine gute Software startet einen Timer in unter zwei Sekunden, kennt Kunden und Projekte und schreibt am Monatsende eine Liste, die ohne Nacharbeit in eine Rechnung wandert.

Konkret bedeutet das: Jede Buchung hat Kunde, Projekt, Tätigkeit, Datum, Dauer und optional eine Notiz. Stundensätze hängen am Projekt, nicht am Nutzer, weil sich Sätze pro Auftrag unterscheiden. Auswertungen müssen mindestens nach Kunde, Projekt und Zeitraum filtern können, am besten als CSV oder PDF. Wer mit Pauschalen arbeitet, braucht zusätzlich einen Soll-Ist-Vergleich, sonst bleibt unklar, ob ein Festpreisprojekt profitabel war.

Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird: Offline-Fähigkeit. Wer im Zug oder beim Kunden ohne stabiles Netz arbeitet, will die Buchung nicht verlieren. Native Desktop- und Mobile-Apps sind hier verlässlicher als reine Web-Oberflächen. Mehr Hintergrund zur sauberen Strukturierung von Projektzeiten findest du im Leitfaden zu Projektzeit erfassen als Selbstständige.

Preise und Funktionen im direkten Vergleich

Die relevanten Tools für Selbstständige liegen preislich zwischen 0 und 15 EUR pro Monat, der Funktionsumfang unterscheidet sich aber deutlich. Eine grobe Einordnung der gängigen Optionen:

Clockify bietet einen kostenlosen Plan ohne Nutzerlimit, der für Solo-Selbstständige praktisch alles abdeckt: Timer, Projekte, Stundensätze, Reports, CSV-Export. Kostenpflichtige Pläne starten bei rund 4 EUR pro Monat und schalten Rundungsregeln, Budgetwarnungen und detailliertere Auswertungen frei. Toggl Track verfolgt ein ähnliches Modell, der kostenlose Plan erlaubt unbegrenzte Projekte, der Starter-Plan liegt bei rund 10 EUR pro Monat und bringt Abrechnungssätze sowie eine bessere Berichterstellung mit. Harvest ist mit etwa 11 USD pro Monat etwas teurer, dafür ist die Rechnungsstellung direkt eingebaut, was den Sprung in ein zweites Tool spart.

Auf der Rechnungssoftware-Seite haben sevDesk und Lexware Office eigene Zeiterfassungsmodule. Die Erfassung ist funktional schlanker als bei spezialisierten Timer-Apps, dafür landen erfasste Stunden mit einem Klick in einer Rechnung samt korrekter Pflichtangaben. Für Selbstständige mit überschaubarem Stundenvolumen reicht das in vielen Fällen aus und erspart die Brücke zwischen zwei Systemen. Wer höhere Anforderungen an Reporting hat, fährt mit der Kombination spezialisiertes Zeiterfassungs-Tool plus Rechnungssoftware besser. Ein detaillierter Blick auf die Zeiterfassung Software im Vergleich zeigt weitere Optionen.

Integration mit Rechnungstools und Stundensätzen

Die wertvollste Funktion ist nicht der Timer, sondern der saubere Übergang zur Rechnung. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Native Integrationen sind selten. sevDesk und Lexware Office lösen das intern, weil Zeiterfassung und Rechnung im selben Produkt liegen. Toggl Track bietet einen Export, der sich in viele Rechnungstools einlesen lässt, eine direkte API-Anbindung gibt es für ausgewählte Partner. Harvest schreibt aus erfassten Stunden direkt eine PDF-Rechnung samt Mehrwertsteuer, der Funktionsumfang reicht für viele Selbstständige aus, ohne dass ein zusätzliches Rechnungstool nötig wird.

Wichtig ist die Stundensatz-Logik: Manche Tools erlauben nur einen Satz pro Nutzer, andere pro Projekt, wieder andere pro Tätigkeit innerhalb eines Projekts. Wer Konzeptarbeit anders berechnet als Umsetzung, braucht die feingranulare Variante. Für die Kalkulation des passenden Satzes hilft der Leitfaden zum Stundensatz für Freelancer berechnen.

Damit am Ende eine prüffähige Rechnung entsteht, müssen die exportierten Daten zur Rechnungssoftware passen: Kunde, Leistungsbeschreibung, Datum, Dauer, Einzelpreis. Welche Angaben Pflicht sind, fasst die Übersicht zu den Pflichtangaben auf der Freiberufler-Rechnung zusammen.

DSGVO, Serverstandort und Nutzerbewertungen

Bei Zeiterfassung verarbeitest du Arbeits- und teils Kundendaten, die DSGVO-Konformität ist deshalb kein Nebenschauplatz. Drei Punkte sind entscheidend.

Erstens der Serverstandort: Anbieter mit Hosting in der EU reduzieren die Komplexität beim Datenschutz spürbar. Clockify wird vom kroatischen Anbieter CAKE.com betrieben, Toggl Track sitzt in Estland und hostet in der EU, Harvest ist US-basiert. Bei US-Anbietern braucht es eine sorgfältige Prüfung des Drittlandtransfers, auch nach dem EU-US Data Privacy Framework.

Zweitens der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV): Seriöse Anbieter stellen ihn als PDF oder über das Account-Backend bereit. Ohne AVV ist die Nutzung formal angreifbar, sobald personenbezogene Daten (auch nur die eigenen) verarbeitet werden.

Drittens die Nutzerbewertungen: Auf Plattformen wie Capterra oder G2 liegen Clockify, Toggl Track und Harvest stabil zwischen 4,5 und 4,7 Sternen bei jeweils mehreren tausend Bewertungen. Kritikpunkte sind meist mobile Bugs oder fehlende Spezialfunktionen, nicht grundsätzliche Verlässlichkeit. Die Bewertungen sind ein guter Sanity-Check, ersetzen aber keinen eigenen Test mit echten Projektdaten über zwei Wochen.

Entscheidungspfad: Welches Tool für welchen Arbeitsstil

Die Wahl hängt weniger vom Funktionsumfang ab als vom eigenen Workflow. Drei typische Profile lassen sich klar zuordnen.

Wer einfach nur Stunden zählen will und schon mit sevDesk oder Lexware Office Rechnungen schreibt, bleibt im bestehenden Tool. Der Mehraufwand für ein zweites System lohnt sich erst, wenn Reporting oder Stundensatz-Granularität an Grenzen stoßen. Wer mehrere Kunden parallel betreut, viele kleine Buchungen am Tag macht und Wert auf schnelle Tastatur-Bedienung legt, ist mit Toggl Track oder Clockify besser bedient. Beide haben Browser-Erweiterungen, Desktop-Apps und Mobile-Clients, die sich verlässlich synchronisieren. Wer Stunden direkt in PDF-Rechnungen verwandeln und Reporting in einem Tool haben will, findet bei Harvest die kompakteste Lösung, sofern der US-Anbieter aus Datenschutzsicht akzeptabel ist.

Ein praktischer Tipp: Lege dir vor dem Test eine Liste mit fünf typischen Buchungen aus deinem Alltag und führe sie in jedem Kandidaten durch. Tools, bei denen das länger als zwei Minuten dauert, scheiden aus. Wer für die Festlegung des Stundensatzes konkrete Zahlen sucht, findet im Beitrag zum Stundensatz für IT-Freelancer in der Beratung eine belastbare Orientierung. Am Ende zählt nicht die Featureliste, sondern dass das Tool zwei Wochen nach Einführung noch täglich benutzt wird.

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Keine Kreditkarte nötig.

Checkliste

  • Preis pro Monat unter 15 EUR netto
  • Projekte mit individuellen Stundensätzen
  • CSV- oder API-Export für Rechnungen
  • DSGVO-konform, Server in der EU
  • Offline-Erfassung am Desktop
  • Mobile App für iOS und Android
  • Auswertung nach Kunde und Projekt
  • Rundungsregeln frei konfigurierbar

Häufige Fragen

Welche Zeiterfassung ist für Selbstständige am günstigsten?

Clockify ist in der Basisversion dauerhaft kostenlos und reicht für die meisten Solo-Selbstständigen aus. Toggl Track bietet ebenfalls einen kostenlosen Plan mit unbegrenzten Projekten. Kostenpflichtige Pläne starten bei rund 9 bis 12 EUR pro Monat.

Brauche ich als Freiberufler eine eigene Zeiterfassungssoftware?

Wenn du nach Stunden abrechnest oder Projektprofitabilität messen willst, ja. Eine Tabellenkalkulation funktioniert anfangs, wird aber bei mehreren parallelen Kunden unübersichtlich und führt schnell zu vergessenen Stunden.

Sind kostenlose Zeiterfassungs-Apps DSGVO-konform?

Nicht automatisch. Entscheidend sind Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag und die verarbeiteten Datenkategorien. Anbieter mit EU-Hosting und AVV auf Anfrage erfüllen die formalen Anforderungen. US-Anbieter ohne EU-Region sind kritisch zu prüfen.

Welche Zeiterfassung lässt sich mit Lexware oder sevDesk verbinden?

sevDesk und Lexware Office bringen eigene Zeiterfassung mit, die Stunden direkt in Angebote und Rechnungen überträgt. Externe Tools wie Toggl oder Harvest exportieren CSV-Dateien, die sich importieren lassen, ein nativer Sync ist seltener.

Lohnt sich ein Premium-Plan für Solo-Selbstständige?

Meist erst, wenn Auswertungen, Rundungslogik oder Team-Funktionen benötigt werden. Für reine Stundenerfassung ohne Auswertungswünsche reicht ein kostenloser Plan. Für saubere Projektabrechnung und Reports rechnen sich 9 bis 15 EUR im Monat schnell.

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Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2026