Tool-Vergleich
Zeiterfassungs-Tools für Freelancer im direkten Vergleich
Fünf etablierte Anbieter, klare Kriterien: Was kostet was, welche Funktionen sind wirklich nutzbar und welches Tool passt zu deiner Rechnungssoftware.
Kurz gefasst
Toggl, Clockify, Harvest, TimeCamp und Clockodo decken die wichtigsten Anforderungen von Freelancern ab. Clockify bleibt kostenlos ohne Nutzerlimit, Toggl bietet die schnellste Erfassung, Harvest die beste Rechnungs-Integration, TimeCamp die meisten Auswertungen und Clockodo erfüllt deutsche GoBD-Anforderungen am saubersten. Die Wahl hängt von Projektzahl, Team und Buchhaltung ab.
Wer als Freelancer Stunden falsch erfasst, verliert bares Geld. Bei einem Stundensatz von 90 EUR kostet eine vergessene Viertelstunde pro Tag über das Jahr gerechnet rund 5.400 EUR. Genau deshalb entscheiden sich die meisten Selbstständigen früher oder später für ein dediziertes Tool statt einer Tabelle. Die Auswahl ist groß, aber für Einzelkämpfer und kleine Teams haben sich fünf Anbieter etabliert: Toggl, Clockify, Harvest, TimeCamp und Clockodo. Dieser Vergleich zeigt, welches Tool zu welcher Arbeitsweise passt, was die Preise wirklich enthalten und wo die Integration mit deutscher Rechnungssoftware funktioniert.
Welche Kriterien wirklich zählen
Vor der Tool-Wahl steht die Frage, was du eigentlich messen willst. Reine Stundensummen pro Kunde lassen sich mit jedem Free-Plan abdecken, sobald aber Projektbudgets, Teamfreigaben oder GoBD-konforme Exporte dazukommen, wird die Auswahl deutlich enger. In der Praxis sind sechs Kriterien entscheidend: Erfassungsgeschwindigkeit, mobile Nutzung, Auswertungen, Rechnungsanbindung, DSGVO-Konformität und Preis pro Nutzer.
Erfassungsgeschwindigkeit klingt banal, ist aber der häufigste Grund, warum Freelancer ein Tool wieder abschaffen. Wenn du für jeden Eintrag drei Dropdowns ausfüllen musst, erfasst du irgendwann gar nichts mehr. Toggl und Clockify gewinnen hier durch einen einzigen Start-Knopf und nachträgliche Kategorisierung. Harvest und Clockodo verlangen mehr Struktur im Voraus, liefern dafür sauberere Auswertungen.
Die Rechnungsanbindung wird oft unterschätzt. Wer in lexoffice oder sevDesk Rechnungen für Freelancer-Projekte erstellt, spart pro Monat eine bis zwei Stunden, wenn die Stundenlisten direkt übernommen werden. Bei Tools ohne native Schnittstelle bleibt nur CSV-Export oder eine Zapier-Verbindung, was bei vielen kleinen Buchungen schnell zur Bremse wird.
Toggl, Clockify und Harvest im Direktvergleich
Diese drei Tools dominieren den internationalen Markt und decken 80 Prozent der Freelancer-Anforderungen ab. Sie unterscheiden sich vor allem in der Tiefe der Auswertungen und der Frage, ob Rechnungen direkt aus dem Tool herausgehen.
Toggl Track
Toggl Track startet bei 0 EUR für bis zu fünf Nutzer und kostet im Starter-Plan rund 9 EUR pro Nutzer und Monat. Die Stärke liegt in der minimalen Friktion: ein Tastenkürzel, ein Timer, fertig. Die Pomodoro-Funktion und die automatische Erkennung von Untätigkeit sind im Alltag spürbar nützlich. Schwach ist Toggl bei Rechnungen, das muss extern passieren, etwa über eine angeschlossene Buchhaltung.
Clockify
Clockify ist das einzige Tool mit komplett kostenlosem Plan ohne Nutzer- oder Projektlimit. Bezahlpläne starten bei rund 4 EUR pro Nutzer und Monat und bringen GPS-Tracking, Auswertungen und Rechnungsmodule. Für Freelancer mit schmalem Budget oder gelegentlichen Subunternehmern ist Clockify oft die naheliegende Wahl. Die Bedienung wirkt etwas weniger poliert als bei Toggl, funktioniert aber zuverlässig.
Harvest
Harvest kostet ab rund 11 EUR pro Nutzer und Monat und positioniert sich klar als Rechnungs-plus-Zeit-Tool. Du erfasst Stunden, drückst auf Rechnung erstellen, Harvest zieht Stripe oder PayPal hinzu und versendet das PDF. Für Freelancer, die international abrechnen und keine separate Buchhaltungssoftware nutzen wollen, ist das ein klarer Vorteil. Für deutsche Pflichtangaben musst du die Rechnungsvorgaben für Freiberufler aber selbst prüfen.
TimeCamp und Clockodo: Auswertungen und deutscher Markt
TimeCamp und Clockodo schließen die Lücke für alle, die entweder tiefere Reports oder rechtssichere deutsche Buchhaltung brauchen. Beide Tools sind weniger bekannt als Toggl, lösen aber Probleme, die die großen Anbieter offen lassen.
TimeCamp startet bei rund 3 EUR pro Nutzer im Basic-Plan und bietet automatische Erfassung anhand von geöffneten Anwendungen und besuchten Webseiten. Wer als Entwickler oder Designer wissen will, wie viel Zeit wirklich in GitHub, Figma oder Slack fließt, bekommt hier brauchbare Daten. Die Integrationen umfassen über 100 Tools, darunter Jira, Trello und Asana. Schwächer ist TimeCamp bei der direkten Anbindung an deutsche Rechnungssoftware.
Clockodo ist der einzige Anbieter im Vergleich mit klarem Fokus auf den deutschsprachigen Raum. Server in Deutschland, deutscher Support, GoBD-konforme Exporte und native Schnittstellen zu lexoffice, sevDesk und DATEV. Der Einstiegspreis liegt bei rund 6 EUR pro Nutzer und Monat. Wer mit Steuerberater arbeitet, spart durch den DATEV-Export jeden Monat Aufwand. Auch die Erfassung gesetzlicher Pausenzeiten nach Arbeitszeitgesetz lässt sich abbilden, was bei wachsenden Teams relevant wird.
Kostenlos versus kostenpflichtig: wann lohnt der Wechsel
Free-Pläne reichen für die ersten Monate, stoßen aber bei der Rechnungsstellung und bei Auswertungen schnell an Grenzen. Die Faustregel: Sobald du mehr als 1.500 EUR pro Monat über erfasste Stunden abrechnest, amortisiert sich ein Bezahlplan innerhalb weniger Wochen.
Im Free-Tarif von Toggl fehlen Projekt-Budgets, Abrechnungsraten pro Kunde und detaillierte Reports. Clockify lässt im Free-Plan zwar fast alles zu, aber Rechnungen, GPS und benutzerdefinierte Felder kosten extra. Harvest bietet überhaupt keinen dauerhaften Free-Plan mehr, nur 30 Tage Testphase. TimeCamp begrenzt im kostenlosen Tarif die Integrationen, Clockodo testet 14 Tage kostenlos.
Ein konkreter Vergleich: Bei zwei aktiven Projekten und 80 Stunden pro Monat erfüllt Clockify Free alle Anforderungen. Bei fünf parallelen Kunden mit unterschiedlichen Stundensätzen lohnt sich ein Bezahlplan, weil sonst die manuelle Nachpflege der Sätze und die fehlenden Filter pro Auswertung Zeit fressen. Wer seinen Stundensatz als IT-Freelancer berechnet und kalkuliert, sieht den Break-Even meist bei zwei bis drei Bezahl-Stunden im Monat.
Integration mit Rechnungssoftware: der unterschätzte Faktor
Die Schnittstelle zur Buchhaltung entscheidet, ob ein Tool langfristig im Einsatz bleibt. Wer Stunden erfasst und sie anschließend per Hand in die Rechnungssoftware tippt, verliert den Vorteil der Digitalisierung wieder.
Clockodo bietet native Anbindungen an lexoffice und sevDesk, das heißt: erfasste Stunden landen mit einem Klick als Rechnungsposition im Buchhaltungssystem inklusive Kundenzuordnung. Harvest erstellt Rechnungen direkt im Tool und verbucht Zahlungen über Stripe oder PayPal, was für internationale Kunden praktisch ist. Toggl und Clockify setzen auf CSV-Export oder Zapier-Workflows, was funktioniert, aber bei vielen kleinen Buchungen umständlich wird. TimeCamp hat eine eigene Rechnungs-Erweiterung, die für einfache Fälle reicht.
Für Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer ist die Schnittstellenfrage besonders relevant. Wenn du Rechnungen ohne Umsatzsteuer schreibst, muss das Tool den Hinweis nach §19 UStG korrekt ausgeben können, sonst entsteht Nacharbeit. Clockodo und Harvest bilden das sauber ab, bei Toggl und Clockify hängt es von der angebundenen Rechnungssoftware ab. Eine ausführliche Gegenüberstellung der Buchhaltungs-Schnittstellen findest du im Vergleich zur Zeiterfassungs-Software für Selbstständige.
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Checkliste
- Anzahl paralleler Projekte definiert
- Stundensatz pro Kunde hinterlegt
- Rechnungssoftware-Schnittstelle geprüft
- Mobile App auf iOS und Android getestet
- Export als CSV oder PDF möglich
- DSGVO und Serverstandort geklärt
- Kostenlose Testphase aktiv
Häufige Fragen
Welches Zeiterfassungs-Tool ist für Freelancer komplett kostenlos?
Clockify bietet als einziger großer Anbieter unbegrenzte Nutzer und Projekte im kostenlosen Plan. TimeCamp und Toggl haben Free-Tarife mit Einschränkungen bei Auswertungen oder Integrationen. Für eine reine Einzelnutzung reichen alle drei Free-Versionen aus.
Wie unterscheiden sich Toggl und Clockodo?
Toggl ist international ausgerichtet, schnell zu bedienen und stark in der Automatik-Erfassung. Clockodo kommt aus Deutschland, erfüllt GoBD-Anforderungen, bietet deutschen Support und integriert sich besser in lexoffice, sevDesk und DATEV. Toggl startet bei rund 9 EUR pro Nutzer und Monat, Clockodo bei rund 6 EUR.
Welches Tool eignet sich für die Rechnungsstellung an Kunden?
Harvest bietet eingebaute Rechnungserstellung mit Stripe- und PayPal-Anbindung. Clockodo exportiert Stundenlisten direkt nach lexoffice und sevDesk. Toggl und Clockify benötigen eine separate Rechnungssoftware oder eine Zapier-Verbindung.
Lohnt sich Excel zur Zeiterfassung noch?
Für ein bis zwei Projekte funktioniert eine Tabelle, aber sobald mehrere Kunden, Stundensätze und Auswertungen dazukommen, wird der Aufwand zu hoch. Excel kennt keine Timer, keine mobile App und keinen Audit-Trail nach GoBD. Schon ein kostenloser Tarif bei Clockify spart erheblich Zeit.
Sind die Tools DSGVO-konform?
Clockodo hostet ausschließlich in Deutschland und bietet einen AV-Vertrag direkt im Account. Toggl und Harvest verarbeiten Daten auch außerhalb der EU, stellen aber Standardvertragsklauseln bereit. TimeCamp und Clockify bieten ebenfalls AV-Verträge, die Server stehen jedoch teils in den USA.
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Kostenlos startenZuletzt aktualisiert: 24. Juni 2026