Vorlagen für Selbstständige
Projektabrechnung Vorlage für Selbstständige
Rechtssichere Struktur für Stunden- und Pauschalabrechnung, mit Leistungsbeschreibung, Meilensteinen und allen Pflichtangaben nach §14 UStG.
Kurz gefasst
Eine gute Projektabrechnung listet Projektphasen, geleistete Stunden pro Meilenstein und eine präzise Leistungsbeschreibung. Selbstständige nutzen dafür entweder eine Stundenabrechnung mit Zeitnachweis oder eine Pauschalabrechnung pro Meilenstein. Beide Varianten müssen die Pflichtangaben nach §14 UStG erfüllen und sollten als PDF versendet werden.
Eine Projektabrechnung ist mehr als eine Rechnung. Sie dokumentiert, was in welcher Projektphase geleistet wurde, wie viele Stunden dafür angefallen sind und welche Meilensteine der Kunde abgenommen hat. Ohne diese Struktur wird jede Rückfrage zur Diskussion, und im schlimmsten Fall zahlt der Auftraggeber verzögert oder gar nicht. Eine gute Vorlage nimmt dir diese Arbeit ab, weil sie die richtige Reihenfolge und alle Pflichtangaben bereits vorgibt.
Was eine Projektabrechnung von einer normalen Rechnung unterscheidet
Eine Projektabrechnung enthält zusätzlich zur reinen Rechnungsstellung eine Aufstellung der Projektphasen, Stunden und Meilensteine. Die klassische Rechnung listet nur Position, Menge und Preis, für Projektarbeit reicht das selten aus.
Bei Projekten über 2.000 EUR oder mehreren Arbeitswochen erwarten Auftraggeber Nachvollziehbarkeit. Sie wollen sehen, welcher Meilenstein wann abgeschlossen wurde und wie viele Stunden auf Konzeption, Umsetzung und Abnahme entfielen. Deshalb hat eine Projektabrechnung typischerweise drei Blöcke: den formalen Rechnungskopf mit Pflichtangaben, eine strukturierte Leistungsübersicht nach Projektphasen und einen Anhang mit Zeitnachweis oder Meilenstein-Freigabe.
Die Trennung ist auch steuerlich sinnvoll. Kommt es später zu einer Betriebsprüfung, kannst du anhand der Zeitaufstellung belegen, dass die Rechnungssumme tatsächlichen Aufwand widerspiegelt. Wer nur eine Pauschale ohne Herleitung ausweist, hat bei Rückfragen wenig in der Hand. Details zu den formalen Anforderungen findest du unter den Pflichtangaben für Freiberufler-Rechnungen.
Pauschalabrechnung oder Stundenabrechnung, was passt wann
Die Pauschalabrechnung eignet sich für abgeschlossene Meilensteine mit klarem Scope, die Stundenabrechnung für laufende oder offene Aufgaben. In der Praxis lohnt sich oft eine Kombination beider Modelle innerhalb desselben Projekts.
Bei der Pauschalabrechnung nennst du pro Meilenstein einen Festpreis, zum Beispiel 3.500 EUR für die Konzeptionsphase eines Onlineshops. Das schafft Kalkulationssicherheit für beide Seiten, verlagert aber das Aufwandsrisiko zu dir. Läuft die Phase aus dem Ruder, verdienst du effektiv weniger. Deshalb solltest du Pauschalen nur für Leistungen anbieten, deren Umfang du wirklich einschätzen kannst.
Die Stundenabrechnung nutzt einen fixen Stundensatz, etwa 95 EUR pro Stunde, multipliziert mit den erfassten Stunden pro Projektphase. Der Kunde trägt das Aufwandsrisiko, du musst dafür jede Stunde sauber dokumentieren. Wie du deinen Satz kalkulierst, zeigt der Leitfaden zum Stundensatz für Freelancer.
Kombiniertes Modell
Viele Selbstständige rechnen die Kernleistung pauschal ab und schlagen Zusatzwünsche außerhalb des Scopes stundenweise oben drauf. In der Vorlage taucht das dann als zwei Positionen auf: erst der Festpreis pro Meilenstein, danach ein Block mit Zusatzstunden inklusive kurzer Tätigkeitsbeschreibung.
Die Vorlage: Aufbau und kostenloser Download
Eine brauchbare Vorlage deckt Rechnungskopf, Leistungsübersicht nach Projektphasen und Zeitnachweis in einem Dokument ab. Kostenlose Varianten gibt es als Excel-Tabelle, Google-Sheets-Template oder Word-Datei.
Der Rechnungskopf enthält Absender und Empfänger, Rechnungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer, Leistungszeitraum, Steuernummer oder USt-IdNr. Danach folgt der Leistungsblock in Zeilen pro Projektphase: Phase, Beschreibung, Menge (Stunden oder Pauschale), Einzelpreis, Zwischensumme. Am Ende stehen Nettosumme, Umsatzsteuer 19 Prozent (oder Hinweis nach §19 UStG bei Kleinunternehmern) und Bruttosumme.
Der Zeitnachweis gehört als Anhang dazu, wenn stundenweise abgerechnet wird. Eine einfache Tabelle mit Datum, Dauer, Projektphase und Tätigkeit reicht aus. Wer mehrere Kunden parallel betreut, sollte auf Projektzeit-Erfassung für Selbstständige mit einem passenden Tool umsteigen, weil manuelles Nachpflegen fehleranfällig ist.
Gängige kostenlose Vorlagen bieten IHKs, Handwerkskammern und Steuerberater als PDF- oder XLSX-Download. Kommerzielle Anbieter wie Lexware Office, sevDesk oder FastBill liefern die Struktur direkt in der Software mit und generieren die E-Rechnung im Format ZUGFeRD 2.3 oder XRechnung.
Beispiel-Projekt: Websiterelaunch in drei Meilensteinen
Ein typisches Szenario zeigt, wie die Vorlage in einem realen Ablauf funktioniert. Angenommen, du entwickelst als Selbstständige einen Websiterelaunch für einen Handwerksbetrieb, Gesamtbudget 8.400 EUR netto, drei Meilensteine.
Meilenstein 1 (Konzept und Wireframes, Pauschale 2.100 EUR): Leistungsbeschreibung „Konzeption Informationsarchitektur, Wireframes für Startseite und fünf Unterseiten, zwei Feedbackrunden". Abgerechnet nach Abnahme per E-Mail am 15. März.
Meilenstein 2 (Design und Umsetzung, Pauschale 4.200 EUR): „Visuelles Design nach abgestimmtem Wireframe, Implementierung in WordPress inklusive Theme-Anpassung, Content-Migration von 24 Seiten". Abgerechnet nach Freigabe am 28. April.
Meilenstein 3 (Launch und Einweisung, Pauschale 2.100 EUR): „Livestellung, technische Einrichtung Formulare, DSGVO-Cookie-Banner, zweistündige Einweisung des Kundenteams". Nach Livegang am 12. Mai abgerechnet.
Zusätzlich fallen 6,5 Stunden Zusatzarbeit für nachträglich gewünschte Blog-Kategorien an, abgerechnet zu 95 EUR pro Stunde als separate Position im letzten Meilenstein. Das Beispiel zeigt: klare Phasen, konkrete Leistungsbeschreibung, keine Floskeln. Mehr dazu findest du in der Anleitung zur Projektabrechnung für Freelancer.
Rechtliche Rahmenbedingungen und häufige Fehler
Seit Januar 2025 gilt in Deutschland die E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich, das betrifft auch Selbstständige. Reine PDF-Rechnungen an Geschäftskunden werden schrittweise durch strukturierte Formate wie XRechnung und ZUGFeRD ersetzt, Übergangsfristen laufen bis Ende 2027.
Für Kleinunternehmer nach §19 UStG gelten seit 2025 die Grenzen 25.000 EUR Vorjahresumsatz und 100.000 EUR im laufenden Jahr. Wer darunter bleibt, weist keine Umsatzsteuer aus und ergänzt den Hinweis „Gemäß §19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet". Ohne diesen Satz ist die Rechnung formal fehlerhaft. Details siehe Rechnung ohne Umsatzsteuer.
Häufige Fehler in der Praxis: unspezifische Leistungsbeschreibungen wie „Beratung" oder „diverse Arbeiten", fehlender Leistungszeitraum, Sprünge in der Rechnungsnummer, Meilensteine ohne dokumentierte Abnahme. Auch der Klassiker, den Zeitnachweis erst Wochen nach Abschluss zu rekonstruieren, führt regelmäßig zu Ungenauigkeiten. Wer Stunden nicht täglich erfasst, verliert nach eigener Schätzung 10 bis 15 Prozent der tatsächlich geleisteten Zeit.
Rechnungen und dazugehörige Nachweise musst du seit 2025 acht Jahre revisionssicher aufbewahren, das heißt unveränderbar und lesbar. Ein Ordner auf dem Laptop reicht nicht, GoBD-konforme Ablage bieten die genannten Rechnungsprogramme automatisch. Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem die Rechnung erstellt wurde.
Keine Kreditkarte nötig.
So geht es
-
1
Projektstruktur festlegen
Definiere Projektphasen und Meilensteine vor Projektstart schriftlich mit dem Auftraggeber.
-
2
Stunden lückenlos erfassen
Trage Datum, Dauer und Tätigkeit pro Projektphase ein, idealerweise täglich.
-
3
Leistungsbeschreibung formulieren
Beschreibe konkret, was geleistet wurde, keine Floskeln wie Beratungsleistungen.
-
4
Abrechnungsmodell wählen
Entscheide je Meilenstein zwischen Stundensatz mal Aufwand oder Festpreis.
-
5
Pflichtangaben ergänzen
Rechnungsnummer, Leistungszeitraum, Steuernummer und Umsatzsteuer oder Hinweis nach §19 UStG.
-
6
PDF versenden und archivieren
Rechnung als PDF verschicken und acht Jahre revisionssicher aufbewahren.
Checkliste
- Fortlaufende Rechnungsnummer
- Leistungszeitraum konkret benannt
- Projektphasen und Meilensteine aufgelistet
- Stunden pro Phase nachvollziehbar
- Leistungsbeschreibung ohne Floskeln
- Nettosumme, Umsatzsteuer, Bruttosumme
- Kleinunternehmerhinweis falls zutreffend
- Zahlungsziel und Bankverbindung
Häufige Fragen
Pauschalabrechnung oder Stundenabrechnung, was ist besser?
Stundenabrechnung passt bei offenem Scope und laufender Betreuung, Pauschalabrechnung bei klar definierten Meilensteinen. Bei Pauschalen trägst du das Risiko von Mehraufwand, bei Stundenabrechnung der Kunde. Viele Selbstständige kombinieren beides: Festpreis pro Meilenstein plus Stundensatz für Zusatzwünsche außerhalb des Scopes.
Welche Pflichtangaben braucht die Projektabrechnung?
Vollständiger Name und Anschrift beider Parteien, Steuernummer oder USt-IdNr., Rechnungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer, Leistungszeitraum, Leistungsbeschreibung, Nettobetrag, Steuersatz und Steuerbetrag oder Hinweis auf §19 UStG. Ohne diese Angaben ist die Rechnung nicht ordnungsgemäß.
Wie detailliert muss die Leistungsbeschreibung sein?
So konkret, dass ein Dritter nachvollziehen kann, was geleistet wurde. Statt Beratungsleistungen also Konzeption Nutzerführung Checkout, drei Iterationen mit dem Kunden. Bei Stundenabrechnung gehören Datum und Dauer pro Tätigkeit in einen Anhang oder eine separate Zeitaufstellung.
Wie rechne ich Meilensteine korrekt ab?
Meilensteine werden erst nach nachweisbarer Abnahme durch den Auftraggeber abgerechnet. Sinnvoll ist eine kurze Freigabemail als Beleg. Bei größeren Projekten teilst du in drei bis fünf Meilensteine auf, sodass du regelmäßig Liquidität bekommst und der Kunde Zwischenstände sieht.
Brauche ich eine Software oder reicht eine Excel-Vorlage?
Für wenige Projekte pro Jahr reicht eine Vorlage in Excel, Google Sheets oder Word. Ab etwa zehn Rechnungen im Monat lohnt eine Rechnungssoftware wie Lexware Office, sevDesk oder FastBill, weil sie Nummernkreise, GoBD-konforme Archivierung und Zeiterfassung koppelt.
Muss die Projektabrechnung als PDF verschickt werden?
Seit 2025 gilt für B2B-Rechnungen in Deutschland die E-Rechnungspflicht, PDFs allein sind bei Geschäftskunden nicht mehr ausreichend. Für Kleinbetragsrechnungen unter 250 EUR und Rechnungen an Privatkunden bleibt PDF zulässig. Formatstandard ist ZUGFeRD oder XRechnung.
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Kostenlos startenZuletzt aktualisiert: 1. Juli 2026