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Anleitung mit Vorlage

Freelancer-Angebot schreiben: Vorlage, Aufbau und Preisgestaltung

So baust du ein Angebot auf, das rechtssicher ist, den Projektumfang klar abgrenzt und den Zuschlag wahrscheinlicher macht.

Kurz gefasst

Ein Freelancer-Angebot enthält Absender und Empfänger, Angebotsnummer, Datum, klare Projektbeschreibung, Leistungsumfang, Preisgestaltung mit Stundensatz oder Festpreis, Zahlungsbedingungen, Gültigkeit und AGB. Rechtlich ist es ein Antrag nach §145 BGB: Du bist daran gebunden, bis die Bindungsfrist abläuft, und mit der Annahme entsteht der Vertrag. Deshalb ist präzise Formulierung entscheidend für Umfang und Honorar.

Ein Angebot ist der wichtigste Verkaufsmoment im Freelancer-Alltag, und gleichzeitig der Moment, in dem die meisten Konflikte entstehen. Unklare Formulierungen zum Leistungsumfang, fehlende AGB oder eine schwammige Preisgestaltung führen später zu Nacharbeiten ohne Bezahlung, Streit über Nutzungsrechte oder zu einem Kunden, der plötzlich doppelt so viel erwartet, wie er beauftragt hat.

Diese Anleitung zeigt dir, wie du ein belastbares Angebot schreiben kannst: wie die Vorlage aufgebaut ist, welche Pflichtangaben tatsächlich relevant sind, wann Stundensatz oder Festpreis besser funktioniert und welche Rolle Angebotssoftware im Alltag spielen kann.

Was in eine professionelle Angebotsvorlage gehört

Eine gute Angebotsvorlage folgt einem festen Aufbau in 9 Blöcken, damit du bei jedem Projekt nur Inhalte austauschst, nicht die Struktur. Das spart Zeit und verhindert, dass zentrale Punkte wie Bindungsfrist oder Nutzungsrechte vergessen werden.

Ganz oben stehen deine Kontaktdaten inklusive Steuernummer oder USt-IdNr., darunter die Adresse des Empfängers. Dann folgen Angebotsnummer, Datum und ein Betreff, der das Projekt in einer Zeile benennt, etwa "Angebot Nr. 2026-014, Konzeption und Umsetzung Landingpage". Danach kommt ein kurzer einleitender Absatz, der Bezug auf das vorherige Gespräch nimmt und den Zweck des Angebots klärt.

Der Hauptteil besteht aus drei Blöcken: einer präzisen Projektbeschreibung mit Zielen, einem tabellarischen Leistungsverzeichnis mit Einzelpositionen und der Preisgestaltung. Danach folgen Termine, Zahlungsbedingungen mit einem üblichen Zahlungsziel von 14 Tagen, die Bindungsfrist von meist 14 bis 30 Tagen, ein Hinweis auf die AGB und deine Unterschrift. Wenn du als Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer arbeitest, ergänzt du den §19-Hinweis, den du in der Anleitung zur Rechnung als Freelancer ohne Umsatzsteuer im Detail findest.

Rechtliche Pflichtangaben und AGB

Ein Angebot ist rechtlich kein Rechnungsdokument, deshalb gelten die strengen Pflichtangaben nach §14 UStG erst später für die Rechnung. Trotzdem lohnt sich Sorgfalt, weil ein angenommenes Angebot als Vertragsgrundlage gilt und den Rahmen für die spätere Abrechnung setzt.

Sinnvoll sind: vollständiger Name und Anschrift, Steuernummer oder USt-IdNr., eine eindeutige Angebotsnummer, das Datum, eine klare Beschreibung der Leistungen und die Preise getrennt nach netto, Umsatzsteuersatz und brutto. Bei Kleinunternehmern nach §19 UStG (Grenzen 25.000 EUR Vorjahr, 100.000 EUR laufendes Jahr) entfällt die Umsatzsteuer, ein entsprechender Hinweis muss aber im Angebot stehen.

AGB regeln, was das Angebot selbst nicht ausformuliert: Zahlungsverzug, Haftungsbegrenzung, Nutzungsrechte an Arbeitsergebnissen, Umgang mit Änderungswünschen und Kündigungsmodalitäten. Verweise im Angebot auf deine AGB und hänge sie als separates PDF an oder verlinke eine ständig erreichbare Version auf deiner Website. Wer regelmäßig für Behörden oder Konzerne arbeitet, sollte zusätzlich die dortigen Einkaufsbedingungen prüfen, da diese oft eigene Regelungen zu Gewährleistung und Verjährung enthalten. Details zu Rechnungspflichtangaben findest du unter Rechnung als Freiberufler: Pflichtangaben.

Preisgestaltung: Stundensatz vs. Festpreis

Die Wahl zwischen Stundensatz und Festpreis ist keine Geschmacksfrage, sondern hängt vom Risiko und der Klarheit des Umfangs ab. Wer sich falsch entscheidet, arbeitet entweder zum halben Satz oder verliert Aufträge an flexiblere Anbieter.

Stundensatz oder Tagessatz eignet sich, wenn Anforderungen sich häufig ändern, eine Analysephase Teil des Auftrags ist oder du in agilen Teams mitarbeitest. Übliche Sätze liegen 2026 bei 80 bis 150 Euro pro Stunde für redaktionelle oder gestalterische Arbeit und 100 bis 180 Euro für Softwareentwicklung, je nach Erfahrung und Nische. Wie du deinen individuellen Wert kalkulierst, zeigt der Stundensatz-Rechner für Freelancer.

Festpreis lohnt sich, wenn Ergebnis, Umfang und Abnahmekriterien klar sind: eine Landingpage mit definierten Sektionen, ein Logo mit vereinbarter Anzahl von Entwürfen, ein Modul mit definierten Akzeptanztests. Wichtig ist eine Klausel zu Änderungswünschen: Alles, was über den beschriebenen Umfang hinausgeht, wird nach Stundensatz zusätzlich berechnet. Ohne diese Klausel wird jeder "Kannst du noch schnell..."-Wunsch zum Gratisauftrag. In der Praxis funktioniert oft eine Mischung: Festpreis für die klar planbare Kernleistung, Stundensatz für Support, spätere Änderungen und Zusatzworkshops.

Angebotssoftware und Vorlagen im Alltag

Ob du dein Angebot in Word, als PDF-Template oder mit spezialisierter Software erstellst, hängt vom Auftragsvolumen und der Angebotsfrequenz ab. Wer weniger als fünf Angebote im Monat schreibt, kommt mit einer sauber gestalteten Word- oder Google-Docs-Vorlage aus, exportiert als PDF und verschickt per E-Mail.

Bei höherer Frequenz oder wenn Angebote regelmäßig verhandelt werden, lohnt sich eine Angebotssoftware, die Vorlagen, Versionierung, digitale Unterschrift und die Weiterverarbeitung zur Rechnung übernimmt. Etablierte Optionen im deutschen Markt sind Lexware Office, sevDesk, FastBill oder Billomat, jeweils mit Angebots- und Rechnungsmodulen (Stand 2026, Preise variieren, meist ab ca. 10 bis 20 Euro pro Monat).

Wenn dein Angebot Stundenschätzungen enthält, sollte die spätere Erfassung sauber laufen, damit du bei Rückfragen Nachweise hast. Ein Blick auf passende Werkzeuge lohnt sich, etwa im Vergleich der Zeiterfassungs-Tools für Freelancer. Wichtig ist die Verzahnung: Angebot, Zeiterfassung und Rechnung sollten idealerweise dieselben Positionen kennen, damit du bei der Projektabrechnung nicht doppelt Daten pflegst. Wie das konkret aussieht, beschreibt die Anleitung zur Projektabrechnung für Freelancer.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Die häufigsten Fehler in Freelancer-Angeboten sind unklare Leistungsabgrenzung, fehlende Bindungsfrist und ein zu niedriger Preis, weil das Angebot ohne Aufwandsschätzung entstand. Alle drei kosten spürbar Geld, entweder direkt oder über Nacharbeiten.

Schwammige Formulierungen wie "Erstellung einer Website" öffnen Interpretationsspielraum. Besser: "Konzeption und Umsetzung einer WordPress-Website mit 5 Unterseiten, responsive, inkl. einmaliger Content-Einpflege von bereitgestellten Texten und Bildern, ohne Texterstellung und ohne SEO-Optimierung." Was nicht enthalten ist, wird explizit ausgeschlossen, damit später keine Diskussion entsteht.

Ohne Bindungsfrist von etwa 14 bis 30 Tagen läuft dein Angebot ins Leere: Der Kunde meldet sich 4 Monate später und besteht auf dem alten Preis, obwohl deine Auslastung und Sätze sich verändert haben. Ein sauberer Satz wie "Dieses Angebot ist bis zum Ablauf von 21 Tagen ab Angebotsdatum gültig" schließt diese Lücke.

Zu niedrige Preise entstehen fast immer durch Unterschätzung des Aufwands. Rechne den Umfang in Stunden durch, addiere einen Puffer von 20 bis 30 Prozent für Abstimmungen, Feedbackschleifen und Fixes, und multipliziere mit deinem realistischen Stundensatz. Wenn der Kunde den Preis drückt, ist es besser, den Umfang zu reduzieren als den Satz. So bleibt deine Kalkulation intakt und dein Angebot vergleichbar mit einem professionellen Anbieter.

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So geht es

  1. 1

    Kopfdaten und Angebotsnummer setzen

    Absender, Empfänger, Angebotsnummer, Datum und Betreffzeile mit Projektbezug an den Anfang stellen.

  2. 2

    Projektbeschreibung präzise formulieren

    Ausgangslage, Ziel und konkrete Leistungen benennen. Was ist enthalten, was ausdrücklich nicht.

  3. 3

    Preisgestaltung wählen und begründen

    Stundensatz, Tagessatz oder Festpreis festlegen, inklusive Nettobetrag, Umsatzsteuer und Zahlungszielen.

  4. 4

    Termine und Mitwirkungspflichten aufnehmen

    Startdatum, Meilensteine, Feedbackfristen und benötigte Zuarbeiten des Kunden dokumentieren.

  5. 5

    AGB und Gültigkeit ergänzen

    Bindungsfrist, Nutzungsrechte, Haftungsklauseln und Verweis auf deine AGB anhängen.

  6. 6

    Als PDF versenden und Annahme dokumentieren

    Angebot signiert als PDF verschicken und die Bestätigung per E-Mail archivieren.

Checkliste

  • Absender, Empfänger, Angebotsnummer, Datum
  • Klare Projektbeschreibung mit Zielen
  • Leistungsumfang und Abgrenzungen
  • Stundensatz oder Festpreis, netto plus USt
  • Zahlungsziel und Zahlungsmodalitäten
  • Termine, Meilensteine, Mitwirkungspflichten
  • Nutzungsrechte an Ergebnissen
  • Bindungsfrist und Verweis auf AGB

Häufige Fragen

Wie schreibe ich ein Angebot Muster?

Beginne mit Absender, Empfänger, Angebotsnummer und Datum. Danach folgen Betreff, kurze Einleitung, detaillierte Projektbeschreibung, Leistungspositionen mit Einzelpreisen, Gesamtpreis netto plus Umsatzsteuer, Zahlungsbedingungen, Bindungsfrist und Verweis auf die AGB. Als Freelancer ohne Umsatzsteuer nach §19 UStG ergänzt du stattdessen den Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung.

Wie sende ich einem Freelancer ein Angebot?

Als Auftraggeber schickst du eine schriftliche Angebotsanfrage per E-Mail mit klarem Projektbriefing, Zeitrahmen, Budgetkorridor und gewünschten Arbeitsergebnissen. Der Freelancer antwortet mit einem formalen Angebot. Für den umgekehrten Fall gilt: PDF per E-Mail versenden, Betreff mit Angebotsnummer, und um eine schriftliche Auftragsbestätigung bitten.

Wie formuliere ich eine Angebotsanfrage?

Nenne den Absender, den Projekttitel, das Ziel, den gewünschten Leistungsumfang, den Zeitrahmen und bis wann du eine Rückmeldung erwartest. Ein Satz zum Budgetrahmen erspart beiden Seiten Nachfragen. Bitte konkret um ein schriftliches Angebot mit Aufwandsschätzung, Preisgestaltung und Angaben zu Mitwirkungspflichten.

Was schreibe ich, wenn ich ein Angebot annehme?

Eine kurze schriftliche Bestätigung reicht: Bezug auf die Angebotsnummer, ausdrückliche Annahme der Konditionen und ein Startdatum. Beispiel: 'Hiermit nehmen wir Ihr Angebot Nr. 2026-014 vom vergangenen Montag zu den genannten Konditionen an. Bitte beginnen Sie wie besprochen.' Damit entsteht ein bindender Vertrag.

Stundensatz oder Festpreis im Angebot?

Stundensatz eignet sich, wenn der Umfang unklar ist oder sich Anforderungen laufend ändern, etwa bei Beratung, Recherche oder agiler Entwicklung. Festpreis lohnt sich bei klar abgegrenzten Ergebnissen wie einer Website, einem Logo oder einem definierten Modul. Viele Angebote kombinieren beides: Festpreis für den Kern, Stundensatz für Zusatzleistungen.

Muss ein Freelancer-Angebot bestimmte Pflichtangaben enthalten?

Ein Angebot ist kein Rechnungsdokument, deshalb gelten die §14 UStG-Pflichtangaben erst für die spätere Rechnung. Trotzdem gehören Absender, Steuernummer oder USt-IdNr., klare Leistungsbeschreibung, Preise netto und brutto sowie Bindungsfrist in ein professionelles Angebot. Ein Verweis auf die AGB regelt Haftung, Nutzungsrechte und Zahlungsverzug.

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Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026