Software-Vergleich
Zeiterfassung Freelancer Software im ehrlichen Vergleich
Welches Tool passt zu deinem Workflow? Funktionen, Preise und Grenzen der bekanntesten Apps im Überblick.
Kurz gefasst
Freelancer brauchen eine Zeiterfassung, die Stunden pro Kunde sauber trennt, mobil läuft und sich an die Buchhaltung anbinden lässt. Clockify, Toggl, Harvest und Zeit decken das ab, unterscheiden sich aber bei Preis, Rechnungsstellung und Offline-Erfassung. Die meisten Anbieter bieten 14 Tage Test oder einen kostenlosen Tarif.
Du arbeitest für drei Kunden gleichzeitig, hast unterschiedliche Stundensätze und am Monatsende fragst du dich, wie viele Stunden du eigentlich für wen geleistet hast. Das ist der Punkt, an dem eine Zeiterfassung Software für Freelancer den Unterschied macht zwischen einer sauberen Rechnung und einem Bauchgefühl. Der Markt ist voll, die Versprechen ähneln sich, die Unterschiede stecken im Detail.
Diese Seite vergleicht die wichtigsten Tools für Selbstständige: was sie wirklich können, wo sie an Grenzen stoßen, und welche Funktionen für deinen Alltag zählen. Kein Ranking nach Werbebudget, sondern nach dem, was Freelancer brauchen: schnelle Erfassung, korrekte Abrechnung, Anbindung an die Buchhaltung.
Was eine Zeiterfassung für Freelancer können muss
Eine gute Software trennt Kunden, Projekte und Stundensätze sauber, läuft mobil mit und liefert die Daten direkt an deine Rechnung. Alles andere ist Beiwerk. Wenn ein Tool dir nur einen Timer bietet, hast du nichts gewonnen, das kann auch die Stoppuhr deines Telefons.
Konkret sollte deine Zeiterfassung folgendes leisten: mehrere Kunden parallel verwalten, pro Projekt einen eigenen Stundensatz hinterlegen, abrechenbare und nicht abrechenbare Zeit unterscheiden, Berichte nach Zeitraum und Kunde filtern. Dazu kommt der praktische Teil: Timer per Tastenkürzel starten, am Telefon weiterlaufen lassen, Einträge nachträglich korrigieren.
Wichtig ist auch der Umgang mit Retainern. Wer pauschale Monatsbeträge mit Stundenkontingenten verkauft, will sehen, wann das Kontingent aufgebraucht ist, bevor der Kunde es bemerkt. Tools wie Harvest oder Zeit zeigen Budgets pro Projekt in Echtzeit. Clockify kann das im bezahlten Tarif, in der Gratis-Version nur eingeschränkt.
Achte beim Vergleich auf die Grenzen der kostenlosen Tarife: oft sind Berichte limitiert, Rechnungsstellung gesperrt oder die Zahl der Projekte gedeckelt. Das ist legitim, sollte dich aber nicht überraschen.
Die Tools im direkten Vergleich
Vier Anbieter dominieren den Markt für Freelancer: Clockify, Toggl Track, Harvest und Zeit. Sie unterscheiden sich bei Preis, Rechnungsmodul und Tiefe der Integrationen.
Clockify
Clockify hat den großzügigsten Gratis-Tarif: unbegrenzte Nutzer, unbegrenzte Projekte, einfache Berichte. Für Soloselbstständige reicht das oft aus. Die Web-App ist solide, die mobile App funktioniert, ist aber nicht der Glanzpunkt. Rechnungen schreibt Clockify erst ab dem Standard-Plan für 5,49 US-Dollar pro Nutzer und Monat bei Jahreszahlung, monatlich 6,99 US-Dollar. Wer nur Stunden tracken will, kommt gratis weit. Wer abrechnen will, zahlt.
Toggl Track
Toggl ist seit Jahren der Klassiker. Saubere Oberfläche, schnelle Erfassung, gute Reports. Der kostenlose Plan deckt bis zu fünf Nutzer ab, mit Projekten und Tags. Ab 9 Euro pro Monat kommen Abrechnungsraten, Budgets und CSV-Export für die Buchhaltung dazu. Eigene Rechnungen schreibt Toggl nicht, dafür musst du exportieren und in Lexware Office oder sevDesk einlesen.
Harvest
Harvest ist das Tool für Freelancer, die ihre Rechnung am liebsten direkt aus dem Timer heraus erzeugen. Ein Nutzer und zwei Projekte gratis, danach 9 US-Dollar pro Nutzer und Monat bei Jahreszahlung, monatlich 11 US-Dollar. Die Integration mit QuickBooks, Xero und PayPal ist tief, der DATEV-Export funktioniert über Umwege. Wer englischsprachige Kunden hat, fühlt sich hier wohl. Für reine DACH-Buchhaltung sind die deutschen Alternativen oft praktischer.
TimeCamp und Clockodo
TimeCamp startet bei rund 3 Euro pro Nutzer im Basic-Plan und erfasst auf Wunsch automatisch anhand geöffneter Anwendungen und besuchter Webseiten. Wer wissen will, wie viel Zeit wirklich in GitHub, Figma oder Slack fließt, bekommt hier brauchbare Daten. Schwächer ist TimeCamp bei der Anbindung an deutsche Rechnungssoftware.
Clockodo ist der einzige der bekannten Anbieter mit klarem Fokus auf den deutschsprachigen Raum: Server in Deutschland, deutscher Support, GoBD-konforme Exporte und Schnittstellen zu Lexware Office, sevDesk und DATEV. Einstieg bei rund 6 Euro pro Nutzer und Monat (Stand 2026). Wer mit Steuerberater arbeitet, spart über den DATEV-Export jeden Monat Aufwand.
Zeit
Zeit ist auf Selbstständige im deutschsprachigen Raum zugeschnitten. Stunden erfassen, Projekte im Blick behalten, sauber abrechnen, alles in einer Oberfläche. Stundensätze pro Kunde, mobile App mit Offline-Modus, Export an Lexware Office und sevDesk. 7 Tage kostenlos testen, danach 22,61 Euro pro Monat, 226,10 Euro im Jahr oder einmalig 583,10 Euro als Lifetime-Zugang, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Wer eine Lösung sucht, die nicht zwischen englischen Buttons und deutschen Rechnungspflichten pendelt, ist hier richtig.
Mobile Zeiterfassung im Alltag
Wer beim Kunden, im Coworking oder unterwegs arbeitet, braucht eine App, die in zwei Sekunden den Timer startet und offline weiterläuft. Alles andere führt dazu, dass du Stunden später aus dem Gedächtnis rekonstruierst, und genau dabei geht Geld verloren.
Die nativen Apps der vier Anbieter funktionieren grundsätzlich. Unterschiede zeigen sich in Details: Toggl hat einen Widget für den iOS-Sperrbildschirm, Harvest bietet eine Apple-Watch-App, Clockify lässt dich Einträge per Sprache diktieren. Zeit setzt auf einen schnellen Quick-Start: App öffnen, Projekt antippen, fertig. Der Timer läuft auch ohne Internet weiter und synchronisiert beim nächsten Verbindungsaufbau.
Praktisch ist auch eine Pomodoro- oder Erinnerungsfunktion. Wenn du vergisst, den Timer zu stoppen, fragt die App nach ein paar Stunden Inaktivität nach. Das verhindert die typische Situation, in der du am Abend 14 Stunden im Log stehen hast, weil der Timer beim Mittagessen einfach weiterlief.
Bei der Auswahl lohnt sich der Praxistest: lade die App, erfasse drei Tage echte Arbeit, prüfe Synchronisation und Akkuverbrauch. Wenn dich das Tool nach drei Tagen noch nicht nervt, ist es eine gute Wahl.
Integration mit Buchhaltung und Rechnung
Erfasste Stunden sind nur die halbe Miete. Erst wenn sie ohne Umweg in deine Rechnung und von dort in die Buchhaltung fließen, sparst du wirklich Zeit. Genau hier trennt sich brauchbare Software von hübschen Timern.
Im DACH-Raum sind Lexware Office, sevDesk und Buchhaltungsbutler die häufigsten Buchhaltungstools. Zeit und einige deutsche Anbieter haben direkte API-Anbindungen, du markierst Stunden als abrechnungsbereit, erzeugst die Rechnung mit zwei Klicks, und der Beleg landet automatisch in der Buchhaltung. Für Toggl und Clockify gibt es Umwege über Zapier oder CSV-Import, das funktioniert, kostet aber Aufmerksamkeit.
DATEV-Export ist für alle relevant, die mit einem Steuerberater arbeiten. Die meisten Tools liefern das als CSV, einige direkt im DATEV-Format. Wer Umsatzsteuer-Voranmeldungen quartalsweise einreicht, will diese Brücke ohne Workarounds.
Achte auch auf den Umgang mit unterschiedlichen Steuersätzen, Reverse-Charge bei EU-Kunden und Kleinunternehmerregelung. Internationale Tools wie Harvest oder Toggl sind hier oft pauschal, deutsche Lösungen kennen die Sonderfälle. Wenn du Kunden in Österreich, der Schweiz und Deutschland hast, prüfe das vorab. Ein Blick in die Aufgabenverwaltung für Projekte zeigt dir, ob das Tool auch über die reine Zeiterfassung hinaus mitdenkt.
DSGVO, Serverstandort und Auftragsverarbeitung
Bei der Zeiterfassung verarbeitest du Arbeits- und teils Kundendaten, Datenschutz ist deshalb kein Nebenschauplatz. Drei Punkte entscheiden.
Erstens der Serverstandort. Anbieter mit Hosting in der EU reduzieren die Komplexität spürbar: Toggl Track ist ein estnisches Unternehmen und hostet in der EU, Clockodo betreibt Server in Deutschland. Harvest ist US-basiert, dort braucht es eine Prüfung des Drittlandtransfers, auch unter dem EU-US Data Privacy Framework.
Zweitens der Auftragsverarbeitungsvertrag. Seriöse Anbieter stellen ihn als PDF oder im Account bereit. Ohne AVV ist die Nutzung formal angreifbar, sobald personenbezogene Daten verarbeitet werden.
Drittens der eigene Umgang mit Daten: Schreibe in Zeiteinträge keine Klarnamen oder vertraulichen Inhalte, sondern Projektkürzel. Das entschärft die Frage, wo die Daten liegen, ganz ohne Vertragstext.
Kostenlose Tarife: was sie leisten und wo sie enden
Fast jeder seriöse Anbieter lässt dich testen oder bietet einen dauerhaft kostenlosen Tarif mit klaren Grenzen. Nutze die Zeit, um echte Arbeit zu erfassen, nicht um Demodaten zu klicken.
Die Grenzen der Gratis-Tarife fallen meist erst nach Monaten auf, und immer an derselben Stelle. Toggl Track speichert die Berichtshistorie unbegrenzt, verschickt geplante Reports an Kunden aber erst im Bezahlplan. Clockify exportiert umfangreich, deckelt jedoch gespeicherte Berichtsvorlagen. Harvest macht die Rechnungsstellung erst in der Bezahlversion komfortabel. Der teuerste Punkt sind Integrationen: Anbindungen an Lexware Office, sevDesk oder FastBill sind häufig zahlenden Nutzern vorbehalten. Prüfe vor der Wahl, ob genau die Schnittstelle, die du brauchst, im kostenlosen Tarif funktioniert, sonst überträgst du Stunden später doch von Hand.
Clockify bleibt dauerhaft gratis für Einzelpersonen mit Basisfunktionen. Toggl Track gibt dir 30 Tage Premium-Test, danach fällst du in den Free-Tarif zurück. Harvest erlaubt 30 Tage kostenlos mit voller Funktion, danach einen Nutzer mit zwei Projekten gratis. Zeit bietet 7 Tage Vollzugriff, anschließend kannst du jederzeit upgraden, um vollen Zugang zu bekommen.
Ein paar Empfehlungen für die Testphase: erfasse mindestens eine ganze Arbeitswoche, schreibe eine Testrechnung, exportiere Daten in dein Buchhaltungstool, probiere die mobile App an einem Tag, an dem du tatsächlich unterwegs bist. Erst dann weißt du, ob das Tool zu deinem Workflow passt.
Vermeide die häufigste Falle: ein Tool installieren, drei Klicks machen, das Tab schließen. Eine Zeiterfassung wirkt erst nach ein paar Tagen Routine. Wenn du nach einer Woche weißt, wo deine Zeit hinging und wie viel du in Rechnung stellen kannst, hast du die richtige Wahl getroffen.
Keine Kreditkarte nötig.
Häufige Fragen
Welche Zeiterfassung Software ist für Freelancer kostenlos?
Clockify bietet einen unbegrenzten Gratis-Tarif für Einzelpersonen mit Projekten, Tags und Reports. Toggl Track hat einen kostenlosen Plan für bis zu fünf Nutzer. Harvest erlaubt einen Nutzer und zwei Projekte gratis. Für ernsthafte Abrechnung mit mehreren Kunden lohnt sich oft der bezahlte Tarif ab rund 9 US-Dollar pro Monat.
Geht Zeiterfassung für Freelancer auch mit Excel?
Ja, technisch funktioniert das. Du legst Spalten für Datum, Kunde, Projekt, Stunden und Stundensatz an. Der Nachteil: keine mobile Erfassung, keine automatische Rechnung, keine Anbindung an die Buchhaltung. Sobald du mehr als zwei Kunden parallel betreust, wird Excel zur Bremse.
Kann ich Zeiterfassung mit meiner Buchhaltung verbinden?
Die meisten Tools exportieren CSV oder PDF für die Rechnung. Harvest, Toggl und Zeit haben direkte Schnittstellen zu Lexware Office, sevDesk oder DATEV-Export. So fließen erfasste Stunden ohne Tippen in die Rechnung und von dort in die Buchhaltung.
Wie funktioniert mobile Zeiterfassung unterwegs?
Alle gängigen Anbieter haben native Apps für iOS und Android mit Start- und Stopp-Timer, oft auch offline. Du tippst auf das Projekt, der Timer läuft, beim nächsten Kunden wechselst du. Die Synchronisierung passiert automatisch, sobald du wieder online bist.
Zeiterfassung, die wirklich funktioniert
Kostenlos starten, direkt nutzen. Keine Kreditkarte, kein Abo-Stress.
Kostenlos startenZuletzt aktualisiert: 14. Mai 2026