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Vergleich

Rechnungsprogramm mit Zeiterfassung für Freelancer

Stunden erfassen, ins Angebot übernehmen, direkt abrechnen: Wann sich ein integriertes Tool lohnt, und wann die Kombination aus zwei Spezialisten besser ist.

Kurz gefasst

Ein Rechnungsprogramm mit Zeiterfassung spart Freelancern rund 2 bis 4 Stunden pro Monat, weil erfasste Zeiten ohne Copy-Paste in die Rechnung fließen. Integrierte Tools wie Lexware Office, sevDesk oder FastBill decken beides ab. Wer sehr genaue Zeiterfassung braucht, kombiniert Toggl oder Clockify per Schnittstelle mit einer Buchhaltungssoftware.

Wer als Freelancer nach Stunden abrechnet, kennt die Situation: Am Monatsende sitzt du vor einer Toggl-Liste, einer Excel-Tabelle und einem leeren Rechnungsformular, und übertragst Zeiten manuell. Genau hier setzt ein Rechnungsprogramm mit Zeiterfassung an, es koppelt die beiden Prozesse, die bisher getrennt liefen.

Die Frage ist selten "brauche ich Zeiterfassung", sondern "will ich ein Kombi-Tool oder lieber zwei Spezialisten mit Schnittstelle". Beide Wege funktionieren, und die richtige Antwort hängt an drei Faktoren: wie granular du Zeiten erfasst, wie viele Projekte parallel laufen, und wie stark deine Buchhaltung ins Steuerberater-Setup eingebunden ist.

Warum die Kombination aus Zeiterfassung und Rechnung sinnvoll ist

Ein integriertes System spart Übertragungsfehler und rund 2 bis 4 Stunden Monatsaufwand. Genau dieser Aufwand entsteht, wenn du erst in Tool A Zeiten summierst, dann in Tool B die Positionen tippst und am Ende nochmal prüfst, ob Stundensätze und Projektzuordnung stimmen.

Für Freelancer, die überwiegend stundenbasiert arbeiten, ist die Rechnung das direkte Ergebnis der erfassten Zeiten. Die Kette sieht typischerweise so aus: Zeiteintrag mit Projektzuordnung, wöchentliche Kontrolle, monatliche Übernahme in die Rechnung, Versand, Zahlungserfassung. Wenn die Zeiterfassung schon im gleichen System liegt, wird aus vier bis fünf Schritten ein einziger Klick "abrechenbare Stunden in Rechnung übernehmen".

Ein zweiter Effekt: die Auswertung des Portfolios. Ein integriertes Tool zeigt dir sofort, welche Kunden welche Marge bringen, welche Projekte in Grenzen zu unbezahlten Nebenaufgaben abdriften, und wo dein effektiver Stundensatz vom Zielwert abweicht. Wer den Stundensatz als Freelancer regelmäßig prüft, braucht diese Zahlen ohnehin, und die integrierte Lösung liefert sie ohne Extra-Reporting.

Einzeltools versus integrierte Lösung: Der ehrliche Vergleich

Zwei getrennte Tools schlagen die Integration, sobald deine Zeiterfassung ein eigenständiger Prozess mit Team, Kundenreports oder tiefer Auswertung ist. Alles andere ist mit einem Kombi-Tool schneller erledigt.

Der klassische Zwei-Tool-Stack besteht aus Toggl oder Clockify für die Zeiterfassung und einer Buchhaltungssoftware wie Lexware Office oder sevDesk für Angebote, Rechnungen und Belege. Der Vorteil: beide Werkzeuge sind in ihrem Bereich sehr ausgereift. Toggl bietet Auswertungen, Team-Ansichten und einen Timer, den auch Kunden ohne Abrechnungskontext akzeptieren. Der Nachteil: die Brücke zwischen beiden ist manuell oder über CSV-Export.

Die integrierte Lösung, also ein Rechnungsprogramm mit eingebauter Zeiterfassung, spart genau diese Brücke. Anbieter wie Lexware Office, sevDesk, FastBill oder Billomat decken beides ab. In der Praxis reicht das für Solo-Freelancer und kleine Teams völlig aus, weil die Zeiterfassung in diesen Tools zwar simpler ist als bei Toggl, aber genau die Datenpunkte liefert, die für die Rechnung nötig sind: Projekt, Datum, Dauer, Beschreibung, Stundensatz.

Wann Einzeltools klar besser sind

Wenn du mehr als drei parallele Kunden mit unterschiedlichen Reporting-Anforderungen hast, wenn Kunden einen Zugang zum Timer verlangen, oder wenn du Zeiten auch für nicht abrechenbare Aufgaben wie interne Weiterbildung sauber trennen willst, dann sind die spezialisierten Tools überlegen. Details zur Auswahl findest du im Vergleich Zeiterfassung Freelancer Software.

Was ein gutes Rechnungsprogramm mit Zeiterfassung können muss

Die Kernfunktion ist die verlustfreie Übernahme erfasster Stunden in die Rechnung, alles andere ist Beiwerk. Trotzdem gibt es sieben Kriterien, an denen sich brauchbare von schwachen Lösungen trennen lassen.

Erstens, Projektstruktur: Du musst pro Kunde mehrere Projekte anlegen können, jeweils mit eigenem Stundensatz und eigener Beschreibung. Zweitens, Timer plus manuelle Erfassung: unterwegs willst du einen Timer, im Nachhinein trägst du blockweise ein. Drittens, Trennung abrechenbar / nicht abrechenbar: interne Zeiten sollten mitlaufen, aber nicht in der Rechnung landen.

Viertens, GoBD-konforme Rechnungsnummern und ein revisionssicheres Archiv. Fünftens, E-Rechnung: XRechnung und ZUGFeRD sind Pflicht, seit deutsche B2B-Empfänger diese Formate seit 1. Januar 2025 verarbeiten können müssen. Sechstens, DATEV-Export für den Steuerberater. Siebtens, eine mobile App, weil ein Timer, den du nur am Schreibtisch bedienst, in der Praxis nach zwei Wochen ausbleibt.

Zusätzlich lohnt der Blick auf Angebote und Auftragsbestätigungen. Wer regelmäßig neue Projekte startet, will das Angebot aus derselben Datenbasis schreiben wie später die Rechnung, sonst driften Positionen und Stundensätze auseinander.

Konkrete Anbieter und ihre Positionierung

Für den deutschen Markt sind Lexware Office, sevDesk und FastBill die etabliertesten Kombi-Anbieter, ergänzt um Bonsai für internationale Freelancer. Preise liegen Stand 2026 bei rund 10 bis 20 EUR netto pro Monat, je nach Funktionsumfang.

Lexware Office (bis 2024 unter dem Namen lexoffice) ist auf deutsche Buchhaltungsstandards ausgelegt und hat DATEV-Anbindung und Umsatzsteuer-Voranmeldung direkt integriert. Die Zeiterfassung ist funktional, aber weniger detailliert als bei Toggl. sevDesk positioniert sich ähnlich, mit einem etwas schlankeren Interface. FastBill richtet sich stärker an Freelancer und kleine Agenturen, mit besserer Projektabrechnung und Timer-Integration.

Für Freelancer mit internationalen Kunden ist Bonsai eine Option, allerdings mit Fokus auf englischsprachige Rechnungen und ohne tiefe DATEV-Integration. Wer als Kleinunternehmer nach §19 UStG startet, kommt mit den günstigsten Tarifen der deutschen Anbieter aus, weil weder Umsatzsteuer-Voranmeldung noch ZM zwingend nötig sind. Der spätere Umstieg auf Regelbesteuerung bleibt im gleichen Tool machbar.

Ein häufig übersehener Punkt: Kleinunternehmer, die B2B-Leistungen an Unternehmen in anderen EU-Ländern erbringen, fallen unter Reverse Charge nach §3a Abs. 2 UStG. Die Rechnung braucht dann den Hinweis "Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers" plus beide USt-IdNrn., nicht den §19-Hinweis. Ein gutes Rechnungsprogramm erkennt diesen Fall und setzt die Textbausteine automatisch.

Migration und Einführung: Was in den ersten Wochen wichtig ist

Die häufigste Falle beim Wechsel ist inkonsistente Projektstruktur, die aus dem alten Zeit-Tool ins neue Rechnungsprogramm mitwandert. Ein sauberer Reset am Monatsende spart mehr Aufwand als jede Import-Funktion.

Praktisch bedeutet das: alte Zeiten aus Toggl oder Excel als Nachweise archivieren, aber im neuen Tool mit einer neuen, klaren Projektstruktur beginnen. Wer versucht, drei Jahre historische Zeitdaten mitzunehmen, verbringt Wochen mit Aufräumen und findet trotzdem am Ende Inkonsistenzen. Für die Steuer reicht der Export als CSV oder PDF, aufbewahrt für die 8-jährige Frist nach §147 AO.

Die ersten zwei Wochen im neuen Tool solltest du bewusst zur Kalibrierung nutzen: erfasse eine Woche komplett doppelt, einmal per Timer und einmal per Nachtrag, und prüfe, welche Methode zu dir passt. Danach legst du feste Wochenrituale fest, etwa freitags 15 Minuten Kontrolle offener Einträge und monatlich Übernahme in die Rechnung. Details zur Umsetzung sammelt der Leitfaden zur Projektzeit-Erfassung für Selbstständige.

Wenn dein Steuerberater bislang Belege per E-Mail bekommt, kläre vor dem Wechsel, ob eine DATEV-Schnittstelle oder ein Kollaborationszugang gewünscht ist. Viele Steuerberater arbeiten inzwischen direkt im selben Tool mit, was Rückfragen deutlich reduziert und den Jahresabschluss beschleunigt.

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Checkliste

  • Projekte und Stundensätze getrennt hinterlegen
  • Zeiterfassung per Timer oder manuell
  • Nicht abgerechnete Stunden auf einen Blick
  • Übernahme in Angebot und Rechnung per Klick
  • GoBD-konforme Rechnungsnummern und Archiv
  • Export für Steuerberater (DATEV, CSV)
  • E-Rechnung im XRechnung- oder ZUGFeRD-Format
  • Mobile App für Erfassung unterwegs

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Rechnungsprogramm mit Zeiterfassung oder reichen zwei getrennte Tools?

Für Freelancer mit stundenbasierten Projekten lohnt sich die Integration fast immer, weil das manuelle Übertragen entfällt. Zwei getrennte Tools sind sinnvoll, wenn du eine sehr detaillierte Zeiterfassung mit Reports, Teamfunktionen oder Kundenportal brauchst und die Rechnung nur ein Nebenprodukt ist.

Welche Rechnungsprogramme mit Zeiterfassung sind für Kleinunternehmer geeignet?

Lexware Office, sevDesk und FastBill bieten in ihren günstigsten Tarifen Rechnungsstellung inklusive Zeiterfassung und passen für Kleinunternehmer nach §19 UStG (25.000 EUR Vorjahr / 100.000 EUR laufendes Jahr). Preise beginnen Stand 2026 bei rund 10 bis 15 EUR pro Monat netto.

Kann ich Toggl-Zeiten in eine Rechnung übernehmen?

Ja, viele Buchhaltungstools bieten CSV-Import oder direkte Schnittstellen zu Toggl und Clockify. Alternativ exportierst du die Stundenliste als PDF und hängst sie der Rechnung als Anlage bei, was gerade bei Agenturkunden üblich ist.

Erfüllt ein integriertes Rechnungsprogramm die Anforderungen an die E-Rechnung?

Die meisten etablierten Anbieter unterstützen inzwischen XRechnung und ZUGFeRD. Seit 1. Januar 2025 müssen deutsche B2B-Unternehmen E-Rechnungen empfangen können, die Pflicht zur Ausstellung folgt gestaffelt 2027 und 2028.

Muss ich als Freelancer meine Arbeitszeit gesetzlich erfassen?

Nein, die Pflicht aus dem BAG-Urteil (1 ABR 22/21) und dem EuGH-Urteil bindet Arbeitgeber gegenüber Angestellten. Solo-Selbstständige und Freiberufler sind nicht erfasst, sollten Zeiten aber freiwillig dokumentieren, um Nachweise gegenüber Auftraggebern und Finanzamt führen zu können.

Wie lange muss ich Rechnungen und Zeitnachweise aufbewahren?

Rechnungen und buchhaltungsrelevante Unterlagen unterliegen seit 1. Januar 2025 einer Aufbewahrungsfrist von 8 Jahren (§147 AO, §14b UStG). Zeitnachweise gelten als Grundlage der Rechnung und sollten mindestens ebenso lange aufbewahrt werden.

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Zuletzt aktualisiert: 5. August 2026