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Preisvergleich

Was kostet Zeiterfassungssoftware wirklich?

Ein realistischer Überblick über Abo-Preise, Kosten pro Nutzer und kostenlose Optionen, damit du nicht doppelt zahlst.

Kurz gefasst

Zeiterfassungssoftware kostet je nach Anbieter zwischen 0 und 20 Euro pro Nutzer und Monat. Kostenlose Versionen reichen für Einzelpersonen oft aus, während Teams meist 5 bis 12 Euro pro Kopf zahlen. Versteckte Kosten entstehen durch Integrationen, Reporting-Module und Nutzerstaffelungen ab bestimmten Grenzen.

Die Preisspanne bei Zeiterfassung reicht von komplett kostenlos bis 20 Euro pro Nutzer und Monat, und die Unterschiede haben handfeste Gründe. Wer nur eigene Projektzeiten festhalten will, braucht keine Enterprise-Suite mit Genehmigungs-Workflows. Wer ein Team von zwölf Leuten koordiniert und die Zeiten an DATEV übergibt, wird mit einem Gratis-Tool nicht glücklich. Diese Seite ordnet die typischen Preismodelle, benennt die üblichen versteckten Kosten und zeigt, wann sich kostenlose Optionen wirklich rechnen.

Preismodelle im Vergleich: Abo, Freemium, Einmalkauf

Fast alle relevanten Anbieter setzen inzwischen auf ein monatliches Abo pro Nutzer, während Einmalkauf-Lizenzen praktisch verschwunden sind. Das hat mit der Cloud-Architektur zu tun: Server, Backups und Updates laufen kontinuierlich, also wird auch kontinuierlich abgerechnet.

Drei Modelle dominieren den Markt. Erstens das klassische Pro-Nutzer-Abo, das bei etwa 5 bis 12 Euro pro Kopf und Monat liegt, wenn du jährlich zahlst. Monatliche Zahlung schlägt in der Regel mit 15 bis 20 Prozent Aufschlag zu Buche. Zweitens das Freemium-Modell: Ein Grundfunktionsumfang bleibt kostenlos, Zusatzfunktionen wie detaillierte Auswertungen, Abrechnungssätze oder Team-Verwaltung kosten extra. Toggl, Clockify und Harvest folgen diesem Prinzip (Stand 2026). Drittens das Flatrate-Team-Abo, bei dem du für eine feste Nutzerzahl pauschal zahlst, oft ab ca. 25 Euro monatlich für kleine Teams.

Selbst gehostete Software als Einmalkauf gibt es noch, aber nur in Nischen. Wer eine On-Premise-Lösung mit lokaler Datenhaltung braucht, zahlt einmalig 300 bis 1.500 Euro plus jährliche Wartung von rund 20 Prozent des Kaufpreises. Für die meisten Freelancer und kleinen Teams lohnt sich das nicht, weil die Aktualisierungspflicht bei Cloud-Tools mit inbegriffen ist.

Kosten pro Nutzer und was sich dahinter verbirgt

Der Preis pro Nutzer wirkt harmlos, entfaltet aber im Team schnell Hebelwirkung, und die Nutzerstaffeln haben Sprungstellen. Ein Tarif für 8 Euro pro Kopf klingt entspannt, ergibt bei 15 Personen aber schon 120 Euro pro Monat oder 1.440 Euro im Jahr.

Achte auf die Zählweise: Manche Anbieter berechnen jeden angelegten Nutzer, andere nur aktive. Wenn du gelegentliche Freelancer einbindest, macht das im Jahr mehrere hundert Euro Unterschied. Ebenfalls wichtig sind die Tarifgrenzen. Ein Standardplan endet häufig bei 10 Nutzern, danach wird auf einen Business-Plan hochgestuft, der pro Kopf 3 bis 5 Euro teurer ist. Wer bei 11 Personen landet, zahlt also für den elften Nutzer indirekt einen deutlichen Aufschlag.

Ein weiterer Preistreiber sind Rollen und Rechte. Solange alle die gleichen Berechtigungen haben, bleibt es günstig. Sobald jemand nur Zeiten eintragen soll, ohne Berichte zu sehen, brauchst du meist einen Tarif mit granularer Rechteverwaltung. Für Selbstständige, die ihre Arbeitszeit dokumentieren wollen, findest du in der Übersicht zu Projektzeiterfassung für Selbstständige eine kompaktere Kostenperspektive ohne Team-Overhead.

Versteckte Kosten: Integrationen, Berichte, Support

Der Listenpreis ist selten der Endpreis, weil Berichts-Module, Schnittstellen und Support-Pakete oft separat berechnet werden. Wer die Zeiterfassung mit der Buchhaltung koppeln will, stößt hier am schnellsten auf Zusatzkosten.

Typische Zusatzposten sind: erweiterte Auswertungen inklusive Excel- und PDF-Export ab ca. 3 Euro pro Nutzer, GPS-Standortnachweis für mobile Zeiterfassung ab ca. 2 Euro, DATEV- oder Lexware-Office-Schnittstelle als Modul für rund 15 bis 40 Euro monatlich, sowie priorisierter Support-Tarif ab etwa 50 Euro pro Monat für Teams (Stand 2026). Wenn du Zeiten direkt in Rechnungen überführen willst, prüfe die Anbindung an deine Rechnungssoftware vor dem Abschluss, sonst tippst du am Ende manuell ab. Zur sauberen Weiterverarbeitung hilft der Leitfaden zur Projektabrechnung für Freelancer.

Auch der Datenimport aus Alt-Systemen ist selten kostenlos: Einige Anbieter verlangen einmalig 200 bis 500 Euro Setup-Gebühr, wenn du bestehende Projekte, Kunden und historische Zeiten übernehmen willst. Wer selbst per CSV importieren kann, spart das. Ein oft übersehener Posten ist die Datenaufbewahrung: In der kostenlosen Version sind Zeiten manchmal nur 60 oder 90 Tage abrufbar, für Vollarchiv brauchst du den Bezahlplan. Da Rechnungen und ihre Grundlagen 8 Jahre aufbewahrt werden müssen (§147 AO, seit 2025), ist das ein handfester Faktor.

Kostenlos vs. bezahlt für Einzelpersonen

Für Solo-Selbstständige reichen kostenlose Tools erstaunlich weit, solange die Anforderungen bei einfacher Projekt- und Kundenaufteilung liegen. Sobald Rechnungssätze, exportierbare Berichte und Kundenzugriffe hinzukommen, kippt die Rechnung schnell zugunsten eines Bezahltarifs.

Clockify erlaubt unbegrenzte Nutzer und Projekte im Gratis-Tarif, Toggl deckt bis zu fünf Personen kostenlos ab, und beide bieten Desktop-, Web- und Mobil-Apps ohne Aufpreis (Stand 2026). Toggl ist ein estnisches Unternehmen und verarbeitet Daten innerhalb der EU, was für die DSGVO-Konformität hilfreich ist. Für einen Freelancer, der drei bis fünf Kunden gleichzeitig betreut und die Stunden am Monatsende in eine Rechnung überträgt, reicht das oft aus.

Der Umstieg auf einen Bezahltarif von 8 bis 10 Euro pro Monat rechnet sich, sobald du regelmäßig Auswertungen brauchst, Zeiten pro Kunde als PDF exportieren willst oder verschiedene Stundensätze pro Projekt hinterlegst. Auch die Anbindung an eine Rechnungslösung wie Lexware Office oder sevDesk ist meist erst im Bezahlplan enthalten. Wer noch am Anfang steht, sollte zuerst die Kalkulation stabilisieren; der Beitrag zum Stundensatz für Freelancer zeigt, wie sich Zeiterfassungsdaten dabei bezahlt machen.

Entscheidungshilfe: Wann sich welches Modell lohnt

Die richtige Preisklasse hängt weniger vom Featurekatalog ab als von der Frage, wie viele Personen tatsächlich täglich Zeiten erfassen und wohin diese Daten weiterfließen. Drei typische Konstellationen decken den Großteil der Fälle ab.

Als Einzelperson mit weniger als drei Kunden und ohne Weiterverarbeitung reicht die kostenlose Version eines etablierten Anbieters. Rechne mit 0 Euro pro Monat, plane aber eine halbe Stunde für die Einrichtung ein. Als Solo-Freiberufler mit stundenbasierter Abrechnung und mehreren Projekten ist ein Bezahlplan mit Berichten und Rechnungsanbindung wirtschaftlich sinnvoll, weil du pro Monat mindestens ein bis zwei Stunden Aufwand einsparst, was den Preis von etwa 10 Euro schnell rechtfertigt. Als Team ab fünf Personen mit gemeinsamer Projektabrechnung liegt der Break-even eindeutig beim kostenpflichtigen Team-Tarif zwischen 5 und 12 Euro pro Nutzer, weil manuelle Aggregation über Excel schnell in Fehlerquoten und Nacharbeit umschlägt.

Prüfe vor der Entscheidung außerdem, ob eine gesetzliche Dokumentationspflicht besteht. Für Angestellte gilt seit dem Bundesarbeitsgericht-Beschluss (1 ABR 22/21) und dem EuGH-Urteil (C-55/18) eine Erfassungspflicht durch den Arbeitgeber; Solo-Selbstständige und Freiberufler sind davon nicht direkt betroffen, wie die Übersicht zur Zeiterfassungspflicht für Freelancer genauer aufschlüsselt. Wer Zeiten dagegen ohnehin für die Rechnungslegung erfasst, hat mit einer soliden Softwarelösung im niedrigen zweistelligen Bereich pro Monat ein Werkzeug, das sich meist schon im ersten Monat bezahlt macht.

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Checkliste

  • Anzahl aktiver Nutzer realistisch schätzen
  • Kernfunktionen von Zusatzmodulen trennen
  • Jahres- vs. Monatsabo prüfen (10–20% Rabatt)
  • Grenzen der Gratis-Version kennen
  • Exportformate und Berichte testen
  • Integration zur Rechnungssoftware klären
  • Datenverarbeitung in der EU sicherstellen

Häufige Fragen

Was kostet ein Zeiterfassungssystem?

Für Teams liegen typische Preise bei 5 bis 12 Euro pro Nutzer und Monat im Jahresabo. Enterprise-Tarife mit erweiterten Auswertungen und Rechteverwaltung reichen bis etwa 20 Euro pro Nutzer. Reine Stempeluhr-Hardware kostet einmalig 200 bis 800 Euro plus Software.

Was kostet eine Zeiterfassungssoftware für Einzelpersonen?

Solo-Selbstständige zahlen zwischen 0 und 10 Euro pro Monat. Toggl, Clockify und Harvest bieten kostenlose Einzelnutzer-Versionen an (Stand 2026), die für einfache Projektzeiterfassung ausreichen. Kostenpflichtige Pläne lohnen sich erst bei detaillierten Berichten oder Rechnungsanbindung.

Gibt es wirklich kostenlose Zeiterfassung?

Ja. Clockify bietet unbegrenzte Nutzer im Gratis-Tarif, Toggl deckt bis zu fünf Personen ab (Stand 2026). Einschränkungen betreffen meist Berichte, Projektbudgets, Abrechnungssätze und die Speicherdauer der Daten.

Welche versteckten Kosten treten auf?

Häufige Zusatzposten sind Premium-Berichte, GPS-Tracking, Lohnbuchhaltungs-Export, Integrationen zu DATEV oder Lexware Office und Support-Pakete. Auch die Nutzerstaffel springt oft bei 10 oder 25 Personen auf einen höheren Tarif.

Lohnt sich mobile Zeiterfassung extra?

Mobile Apps sind bei den meisten Anbietern im Standardpreis enthalten. Aufpreise fallen typischerweise nur für GPS-Standortnachweise, Offline-Sync oder biometrische Anmeldung an, meist 2 bis 4 Euro zusätzlich pro Nutzer und Monat.

Reicht Excel statt Software?

Für einzelne Freiberufler mit wenigen Projekten reicht eine Tabelle. Ab drei parallelen Kunden oder wenn Stundenbelege nachweisbar sein müssen, wird der Zeitaufwand größer als die Softwarekosten von 5 bis 10 Euro pro Monat.

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Zuletzt aktualisiert: 5. August 2026